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Plattenspielautomat mit Glockenspiel
- Münzautomat -

Hersteller SYMPHONION um 1900 in Leipzig hergestellt. Spielt Metallplatten, 51 cm
Durchmesser
(21 1/4") - Spieldauer 1,5 min. pro Platte
nach 5 Pfg-Münzeinwurf. Mit Münzprüfer.
Spielt sehr laut, da es
in Gaststätten aufgestellt wurde!
Modell No. 130 mit Doppelkamm (DuplexComb) mit je 60 Stimmzungen
und 10 Zungen für 10 Glocken.
Starker Federmotor mit Kurbelaufzug, Gehäuse aus Wallnuß mit Aufsatzkrone.
Literatur: D. Bowers, Enzyklopedia of Automatic Musical Instruments S. 229
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Original-Ton dieses Instruments:
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Eine Einführung
Die Plattenspieldose hat mit der Walzenspieldose den Stimmenkamm gemeinsam.
Die als Toninformationsträger dienende Lochplatte reißt die Stahlzinken jedoch
nicht wie bei der Walzenspieldose unmittelbar an. Es ist noch ein so genanntes
Anreißrad dazwischengeschaltet.
Die Plattenspieldose löste die Walzenspieldose auf Grund beachtlicher Vorteile
ab. So entfällt bei jener das mühsame Bestecken der Walze mit den Stiften. Das
Stanzen der Lochplatten war wesentlich einfacher und billiger. Der Musikfreund
konnte nun durch Hinzukaufen von Lochplatten sein Repertoire auf kostengünstige
Weise vergrößern.
Außerdem vermochten die feinen Stifte der (Walzen-)Stiftwalze nur geringe Kräfte
auf die Stahlzinken auszuüben. Wesentlich größere Kräfte ließen sich dagegen
über die Metallplatte und das Anreißrad mit seinen kräftigen Zähnen auf die
Stahlzinken übertragen. Die Plattenspieldose waren daher deutlich lauter.
Wesentliche Impulse zur Entwicklung der Plattenspieldose gingen von der Gegend
um Leipzig aus. Dort erwuchs eine ganze Industrie für diese Instrumente. Sie
wurde zu einer ernsten Konkurrenz zu der in der Schweiz beheimateten
Walzen-Spieldosen Industrie, die daraufhin immer unbedeutender wurde.
Erste Überlegungen für Lochplatten-Spieldosen finden sich bei dem auf Haiti
lebenden Miguel Boom im Jahre 1882 und dem Engländer Ellis Parr im Jahr 1885.
Wesentliche Konstruktionsangaben machte jedoch um das Jahr 1886 Paul Lochmann
aus Leipzig-Gohlis.
Als besonders vorteilhaft erwies sich die Erfindung des Anreißrades durch Paul
Wendland im Jahre 1889.
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Um das Jahr 1886 entstanden die Symphonion Musikwerke in Leipzig-Gohlis, die
diese Plattenspieldosen herstellten. Ihr Direktor war Paul Lochmann.
Etwa im Jahre 1889 machten sich Gustav Brachhausen und Paul Riessner, die zuvor
leitende Funktionen bei den Symphonion Musikwerken innehatten, selbständig und
gründeten die Polyphon Musikwerke.
Die Polyphon Musikwerke wurde in der Folgezeit die bedeutendste unter den Firmen
für Plattenspieldosen.
Im Jahre 1892 ging Gustav Brachhausen in die USA, um dort einen
Fertigungsbetrieb für Plattenspieldosen zu gründen.
Es entstand daraus im Jahre 1894 die Regina Music Box Company.
Nachfolgend waren die Firmen Symphonion, Polyphon und Regina die größten Firmen
auf dem Gebiet der Plattenspieldosen.
| 1886: |
Paul Lochmann gründet die Symphonion Musikwerke in Leipzig-Gohlis |
| 1889: |
Gustav Brachhausen+Paul Riessner (leitende Symphonion Mitarbeiter)
gründen Polyphon |
| 1892: |
Gustav Brachhausen verläßt Polyphon und geht in die USA |
| 1894: |
Gustav Brachhausen gründet in den USA die Regina Music Box Comany |
Darüber hinaus gab es noch kleine Firmen, wie Kalliope Musikwerke,
Monopol, Bauer & Co (Komet Musikwerke), Zimmermann (Firmennamen: Adler und
Fortuna), Paul Lochmann (Firmenname: Original), Mermod Fréres (Stella und Mira)
und Thorens.
Die Plattenspieldosen gibt es in verschiedenen Größen. Die kleinen Geräte
befinden sich in einem hölzernen Kasten, den man auf den Tisch stellen kann. Die
Blechplatte liegt hier waagerecht.
Größere Geräte haben die Form einer kleinen Vitrine mit einer Glastür vorn. Die
Blechplatte war hier aufrecht gestellt.
Darüber hinaus gibt es Schrankgeräte. Im Oberteil befand sich dabei das
Spielwerk, der untere Schrankteil diente zum Aufbewahren der Lochplatten.
In der Regel wurden die Plattenspieldosen durch eine Spiralfeder angetrieben.
Einen elektrischen Antrieb hatten nur größere Geräte.
Die Geräte Stella und Mira wurden mit Elektro- und Federkraftantrieb angeboten.
Darüber hinaus gab es die Manivellen; es waren Geräte ohne Feder, die direkt von
Hand angetrieben wurden. Während der gesamten Spieldauer war also eine
Handkurbel zu betätigen.
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